Beihilfe Private Krankenversicherung Beamte oder Zuschuss GKV

  • Die Beihilfe zur Krankenversicherung erhalten alle Beamte und Beamtenanwärter. Unterschiede in der Höhe bestehen je nach Dienstverhältnis (Bund oder Land) sowie zwischen den Bundesländern
  • Eine private Krankenversicherung brauchen Beamte nur als Ergänzung zur Beihilfe. Deshalb spricht man bei der PKV für Beamte von Restkostenversicherung statt von Krankenvollversicherung: Vorteil günstiger Beiträge bei guten Leistungen
  • Einen Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlt der Dienstherr nur in einigen wenigen Bundesländern. Die GKV bietet Beamten keine Restkostenversicherung: Nachteil hoher Beiträge bei eingeschränkten Leistungen
  • Auch Familienangehörige wie Ehepartner und Kinder der Beamten erhalten die Beihilfe, sofern diese nicht sozialversicherungspflichtig sind
  • Wie klären, was die Beihilfe ist und wie sie funktioniert. Wie hoch die Beihilfe in den einzelnen Bundesländern ausfällt ( Tabelle ) und welche Leistungen und Kosten übernommen werden
  • Was die Beihilfe und die Restkostenversicherung nicht zahlt, übernimmt ein zusätzlicher Beihilfeergänzungstarif

Was ist die Beihilfe und wie funktioniert sie?

Definition: Beihilfe bezeichnet die Geldleistung des Dienstherrn an seine Beamte im Rahmen der Fürsorgepflicht. Die Beihilfe deckt einen Teil der Krankheitskosten ab und wird auch den Familienangehörigen (Ehepartner und Kinder) der Beamten gewährt.

Geregelt ist das im Bundesbesoldungsgesetz (BBesG) sowie im Landesbesoldungsgesetz (LBesG).

Im Unterschied zur Beihilfe stellt die Freie Heilfürsorge keine Geldleistung, sondern eine Sachleistung dar. Beamte mit hohem Gefahrenpotential wie Polizei, Soldaten der Bundeswehr und Justizvollzugsbeamte erhalten statt der Beihilfe die Leistungen aus der Heilfürsorge. Ihre Familienangehörigen erhalten die Beihilfe statt der Heilfürsorge.

Beihilfe für gesetzliche oder private Krankenversicherung

Beamte und Beamtenanwärter haben bis zum Ablauf ihres Dienstverhältnisses einen Anspruch auf Beihilfe und die Wahl zwischen der private Krankenversicherung (PKV) oder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Der Unterschied liegt vor allem in der Berechnung des Beitrags. Er hängt in der GKV von der Höhe des Einkommens und vom gesetzlichen Beitragssatz mit dem Zusatzbeitrag ab (Krankenkassenrechner). In der PKV sind die Leistungen und das Alter ausschlaggebend (Private Krankenversicherung Rechner).

Was ist Beihilfebescheinigung Quotenbescheinigung?

Die Beihilfebescheinigung, auch Quotenbescheinigung genannt, ist ein Nachweis der privaten Krankenversicherung für die Beihilfe der Beamten. In der Beihilfebescheinigung wird dem Beihilfeberechtigten die Berechtigung zu einem Beihilfetarif der PKV (Restkostenversicherung, Beihilfeergänzungstarif) samt der prozentualen Kostenübernahme analog zu den Beihilfesätzen bescheinigt.

Diese Quotenbescheinigung muss der Beamte seiner Beihilfefestsetzungsstelle und seinem Dienstherrn vorlegen. Diese dient als eine Art Antrag zur Kostenübernahme und ist die Voraussetzung zur Zahlung der Beihilfe zu den Krankheitskosten.

Wer ist beihilfeberechtigt?

Beihilfeberechtigt mit einem Anspruch auf die Beihilfe sind folgende Bedienstete des Staates in Deutschland:

  • Beamte des Bundes und der Länder auf Lebenszeit
  • Beamtenanwärter und Beamte auf Widerruf
  • Referendare
  • Ehepartner (Ehefrau Ehemann) und Kinder

Beihilfe Einschränkungen für Beamtenanwärter

Während des Vorbereitungsdienstes werden Beamtenanwärter auch als Beamte auf Widerruf bezeichnet. Der Beamtenstatus endet zunächst nach der Laufbahnprüfung. Danach werden sie meist als Beamte auf Probe eingestellt. Im Vorbereitungsdienst besteht ein Anspruch auf Beihilfe, wobei es Einschränkungen geben kann wie folgt.

In einigen Bundesländern gibt es für Beamtenanwärter eine Wartezeit für Kuren. Für zahnärztliche Leistungen erhalten Beamte in allen Bundesländern außer in:

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • Hessen
  • Thüringen

keine Leistungen für Zahnersatz, Kronen, Inlays, Implantate oder funktionstherapeutische Leistungen.

Höhe Beihilfe Bundesbeamte Landesbeamte

In der Höhe der Beihilfesätze wird unterschieden zwischen Beamten ohne Kinder und Beamten mit 2 oder mehr Kindern. Abweichende Regelungen zur Höhe der Beihilfe gibt es in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Bremen. Alle anderen Bundesländer folgen der Beihilfe-Regelung des Bundes.

Beihilfe Höhe Beamte des Bundes und Familienangehörige

  • Beamte und Beamtenanwärter ohne Kinder: 50 Prozent
  • Beamte und Beamtenanwärter mit 2 Kindern: 70 Prozent
  • Kinder der Bundesbeamten: 80%
  • Waisen: 80%
  • Ehepartner der Bundesbeamten: 50%
Laut Beihilfeverordnung gilt der Anspruch auf Beihilfe nur für Familienangehörige (Ehegatte und Kinder) mit einem maximalen Einkommen von 17.000 Euro im Vorjahr.

Beihilfesätze Landesbeamte Bundesländer mit Ausnahmen

  • Beamte und Beamtenanwärter: 50 Prozent
  • Beamte und Beamtenanwärter mit 2 Kindern: 70 Prozent
  • Kinder der Landesbeamten: 80%
  • Waisen: 80%
  • Ehepartner der Landesbeamten: 70%

In Hessen, Baden-Württemberg und Bremen gelten andere Regeln:

Beihilfe Hessen

  • Beamte und Beamtenanwärter: 50 Prozent
  • Beamte und Beamtenanwärter mit einem Kind: 55 Prozent
  • Beamte und Beamtenanwärter mit zwei Kindern: 60 Prozent
  • Beamte und Beamtenanwärter mit drei Kindern: 65 Prozent
  • Beamte und Beamtenanwärter mit vier Kindern: 70 Prozent
  • Ehepartner: 55 bis 85 %
  • Kinder: 55 bis 85 %

Beihilfe Baden-Württemberg

  • Beamte und Beamtenanwärter: 50 Prozent
  • Kinder: 80 %
  • Ehepartner: 50 %

Beihilfe Bremen

  • Beamte und Beamtenanwärter: 50 Prozent
  • Beamte und Beamtenanwärter mit einem Kind: 55 Prozent
  • Beamte und Beamtenanwärter mit zwei Kindern: 60 Prozent
  • Beamte und Beamtenanwärter mit drei Kindern: 65 Prozent
  • Beamte und Beamtenanwärter mit vier Kindern: 70 Prozent
  • Ehepartner: 55 bis 70 %
  • Kinder: 55 bis 70 %

Beihilfe für Pensionäre, Ehegatten, Kinder

Nach Dienstende gehen Beamte in Pension. Das entspricht bei Angestellten der Regelaltersrente. Auch als Pensionäre erhalten sie weiter die Beihilfe. Diese steigt mit der Pensionierung in der Regel auf 70% bis zu 85%.

Beihilfe Pensionäre des Bundes

  • Pensionäre: 70 Prozent
  • Berücksichtigungsfähige Ehegatten und Lebenspartner: 70 Prozent
  • Berücksichtigungsfähige Kinder: 80 Prozent

Ehegatten und Lebenspartner dürfen nicht mehr als 17.000 Euro im Jahr verdienen.

Beihilfe Pensionäre Bundesländer

  • Ehepartner und Kinder: 70 bis 80 Prozent

In Hessen, Baden-Württemberg und Bremen gelten auch für Pensionäre Ausnahme-Regeln:

Beihilfe Pensionäre Hessen

  • Pensionäre: 60 bis 85 Prozent
  • Ehepartner: 55 bis 85 Prozent
  • Kinder: 55 bis 85 Prozent

Beihilfe Pensionäre Baden-Württemberg

  • Pensionäre: 50 Prozent
  • Ehepartner: 50 Prozent
  • Kinder: 80 Prozent

Beihilfe Pensionäre Bremen

  • Pensionäre: 60 bis 80 Prozent
  • Ehepartner: 55 bis 70 Prozent
  • Kinder: 55 bis 70 Prozent

Zuschuss statt Beihilfe zur freiwilligen Krankenversicherung GKV

Auch Beamte dürfen sich gesetzlich versichern. Sie erhalten keinen Zuschuss des Dienstherrn zu ihrem GKV-Beitrag, sie tragen ihn in voller Höhe. In einigen Bundesländern gibt es Ausnahmen. Hier ist die PKV für Beamte die bessere Wahl:

In folgenden Bundesländern können Beamte und Beamtenanwärter zwischen der klassischen Beihilfe und einer pauschalen Beihilfe wählen. Die pauschale Beihilfe zur gesetzlichen Krankenkasse entspricht dem Zuschuss bei Angestellten / Arbeitnehmern (Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung)

  • Hamburg
  • Bremen
  • Thüringen
  • Brandenburg

Durch die pauschale Beihilfe erhalten Beamte in der GKV und in der PKV eine Erstattung ihrer Versicherungsbeiträge von 50 Prozent. Das entspricht exakt dem Krankenversicherung Zuschuss bei Arbeitnehmern.

Bei Versicherung in der PKV muss ein Tarif für die Krankenvollversicherung abgeschlossen werden. Die günstige Variante mit einer Restkostenversicherung oder Beihilfeergänzungstarif kommt hier nicht mehr in Frage.

Die Entscheidung des Beamten für die GKV ist endgültig, sie führt zu einem unwiderruflichen Verzicht auf den Anspruch der Beihilfe für die PKV. Damit gehen alle Vorteile der Restkostenversicherung für Beamte in der privaten Krankenversicherung verloren.

Beihilfe und Zuschuss für Bundes- und Landesbeamte

Für alle Bundesländer außer Hamburg, Bremen, Brandenburg und Thüringen gilt die gleiche Regelung wie auf Bundesebene. Beamtenanwärter und Beamte müssen den vollen GKV-Beitrag zahlen und erhalten keinen Zuschuss.

In den Ländern Hamburg, Bremen, Brandenburg und Thüringen zahlt der Dienstherr im Rahmen der pauschalen Beihilfe die Hälfte der Versicherungsbeiträge in der PKV oder in der GKV.

Beihilfe und Zuschuss für Ehepartner und Kinder

Beihilfe wird für Ehepartner gewährt, die selbst nicht beihilfeberechtigt sind oder sich gesetzlich oder privat versichern müssen. In der Regel bezieht der Ehepartner kein oder nur ein geringes eigenes Einkommen.

Die vorgegebenen Summen sind in den Beihilfeverordnungen der Länder geregelt. Bei Wahl der pauschalen Beihilfe im Rahmen der GKV kann die kostenlose Familienversicherung greifen.

Beihilfe Krankenversicherung für Studenten

Da für die Kinder von Beamten und Beamtenanwärtern ein Anspruch auf Beihilfe besteht, ist die Mehrzahl in der PKV versichert. Der Anspruch auf die Beihilfe erlischt mit dem Anspruch auf Kindergeld zum 25. Geburtstag.

Die Beihilfe kann verlängert werden, wenn zwischen dem Abitur und dem Studium der Beamtenkinder ein Ersatzdienst absolviert wurde. Sie wird dann für die entsprechende Dauer verlängert.

Der Anspruch auf Beihilfe erlischt vorher, wenn der beihilfeberechtigte Student monatlich regelmäßig über 640 Euro verdient.

Wenn der Anspruch auf Beihilfe erlischt und der Student zum Beginn des Studiums von der Versicherungspflicht befreit wurde, ist ein Studententarif in der PKV abzuschließen. Auch der Abschluss einer normalen PKV ist eine Option.

Gesetzlich versicherte Kinder von Beamten bleiben in der GKV. Ab 25 Jahren versichern sich Studenten in der studentischen Krankenversicherung, der Beitrag kostet pro Monat 83,20 Euro. Diese Versicherung kann bis zum 14. Fachsemester oder bis zum vollendeten 30. Lebensjahr genutzt werden.

Zuschuss zur Beihilfe bei Rentenbezug

Leistet der Rentenversicherungsträger einen Zuschuss zu den PKV-Kosten von mindestens 41 Euro, wird die Beihilfe um 20 Prozent gekürzt. Optional kann der Rentenversicherungsträger den Zuschuss auf einen geringeren Betrag begrenzen. Diese Regelung gilt für den Beihilfeberechtigten und für Familienmitglieder.

Ratgeber und Tipps Beihilfe Krankenversicherung FAQ

Was zahlt die Beihilfe?

Die Beihilfe zahlt einen Teil der Krankheitskosten des Beamten. Kosten werden auch für Geburt des Kindes oder im Pflegefall übernommen. Für Beamte und Beamtenanwärter zahlt die Beihilfe in der Regel 50% der Kosten. Die restlichen Kosten müssen über eine Restkostenversicherung versichert werden.

Was zahlt die Beihilfe bei Brillen?

Bei Brillen zahlt die Beihilfe nur die notwendigsten Leistungen für die Gläser. Die Fassung der Brille ist nicht beihilfefähig. Bei gleichbleibendem Sehvermögen zahlt die Beihilfe für Ersatz von Brillengläsern maximal 150 Euro pro Glas. Voraussetzung: die Beschaffung der letzten Brillengläser liegt mindestens 4 Jahre zurück.

Was zahlt die Beihilfe im Pflegefall?

Auch Beamte müssen mit ihrer Restkostenversicherung beiträge in die Pflegeversicherung einzahlen und erhalten ebenso Leistungen im Pflegefall. Zwar uahlt die Beihilfe auch Zuschüsse für Pflegeleistungen im stationären und ambulanten Bereich. Die verbleibenden Pflegekosten können jedoch sehr hoch sein. Deshalb ist auch für Beamte eine private zusätzliche Pflegeversicherung sinnvoll

Wie lange dauert Rückerstattung der Beihilfe?

Die Erstattung der Kosten durch die Beihilfe nach Antrag kann bis zu 4 Wochen dauern. In den gesetzlichen Schulferien kann die Bearbeitungszeit der Kostenerstattung sogar deutlich länger dauern. Eine Untätigkeitsklage ist frühestens nach drei Monaten ohne Bescheid möglich

Professionelle Zahnreinigung Beihilfe wie oft im Jahr?

Die Beihilfe zahlt auch die Kosten für die Professionelle Zahnreinigung als Vorsorgemaßnahme. Die Kosten für die Professionelle Zahnreinigung können Beihilfeberechtigte zwei Mal im Jahr einreichen.

Wie Rechnungen bei der Beihilfe einreichen?

Hier gibt es zwei Optionen. Entweder reicht man das Original und das Duplikat bei der Beihilfestelle ein und erhält eine abgezeichnete Kopie zur Vorlage bei der PKV zurück oder man schickt das Original mit dem Duplikat an die PKV, erhält die Erstattung mit dem Duplikat zurück und schickt dieses an die Beihilfestelle.

Was ist mit Beihilfe bei Schwangerschaft und Elternzeit?

In der Schwangerschaft wird die Beihilfe normal gezahlt. In der Elternzeit läuft der Beihilfeanspruch unverändert weiter. Auch die Beiträge für die PKV sind zu zahlen, wobei ein Zuschuss von maximal 31 Euro im Monat beantragt werden kann. Kein Anspruch auf Zuschuss besteht, wenn die Versicherungspflichtgrenze in der GKV überschritten wird.