Beitragserhöhung 2017 Private Krankenversicherung: Kosten steigen deutlich

Nach der ersten Welle der PKV Beitragserhöhung 2017 zum Jahreswechsel kündigen jetzt die HUK Coburg zum 1. März und die DKV Deutsche Krankenversicherung zum 1. April 2017 Tariferhöhungen an.

Steigende Kosten PKV 2017

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In einzelnen Tarifen müssen die Kunden bei der HUK bis zu 40 % und bei der DKV bis zu 30 % mehr bezahlen. Besonders die HUK-Versicherten dürfte die Beitragserhöhung treffen, gehören sie doch eher zum preisbewussten Segment.

Bereits zum Jahreswechsel haben große Private Krankenversicherungen wie die Debeka, Allianz und AXA ihre Tarife erhöht

Gründe für die PKV Beitragserhöhung 2017

Die gesamte Branche leidet unter den geringen Kapitalerträgen durch niedrige Zinsen. Auch die Berechnung Privater Krankenversicherer wirft das niedrige Zinsniveau über den Haufen. Das ist, so Fachleute, einer der Gründe für die aktuelle Kostensteigerung in der PKV 2017.

Nicht nur Lebens- und Rentenversicherer sammeln gewaltige Geldbeträge aus Beitragseinnahmen bei ihren Versicherungsnehmern ein. In der PKV ist ein Sparprozess erforderlich, um die mit dem Alter üblicherweise steigenden Krankheitskosten aufzufangen, die Alterungsrückstellungen.

Summe der Altersrückstellung in der PKV bei mehr als 200 Milliarden Euro

Die Private Krankenversicherung kalkuliert ihre Beiträge so, dass sie in jungen Jahren zu hoch, im Alter dagegen zu niedrig sind. Die Differenz zwischen den erforderlichen und den tatsächlich erhobenen Beiträgen in den ersten Jahren der Vertragslaufzeit wird der Rückstellung zugeführt. Später wird sie dann aufgelöst.

Die erforderliche Höhe wird von Versicherungsmathematikern kalkuliert. Es geht nicht um Kleingeld – mehr als 200 Milliarden Euro haben die Mitgliedsunternehmen des PKV-Verbands angesammelt.

Medizinischer Fortschritt führt zu steigenden Kosten im Gesundheitswesen

Bei der Höhe der zu bildenden Alterungsrückstellung haben die Versicherer natürlich auch Zinsen und Zinseszinsen eingerechnet. Bei einer Anlagedauer von mehreren Jahrzehnten macht das eine Menge aus. Diese Erträge aus der Anlage auf dem Kapitalmarkt fehlt jetzt den privaten Versicherern.

Dabei wären ordentlich dotierte Rückstellungen dringend nötig. Dank des medizinischen Fortschritts, der natürlich auch seinen Preis hat, werden die Menschen immer älter. Fehlende Zinsen, höhere Kosten, längeres Leben. Diesen „Drei-Fronten-Kampf“ können die PKV-Unternehmen nur über Beitragsanpassungen gewinnen, zu Lasten der Versicherten.

PKV Beitragserhöhung HUK Coburg im Tarif A150

Wie von Unternehmenssprecher bereits bestätigt, steigt der Beitrag der HUK Coburg PKV im Tarifbaustein A150 um bis zu 40 Prozent. Betroffen sind in erster Linie ältere Versicherte, die bis zu 100 Euro im Monat an Kostensteigerung verkraften müssen.

Der Tarif A150 der HUK Krankenversicherung deckt die Kosten für die ambulante Behandlung und beinhaltet eine Selbstbeteiligung von 150 Euro pro Kalenderjahr.

Kunden, die von der Beitragserhöhung im Tarif A150 betroffen sind, bietet die HUK auf der Webseite „Meine HUK“ einen Tarifwechsel Service. Mit dem PKV Rechner können alternative Tarife der HUK Coburg berechnet werden.

DKV Beitragserhöhung 2017: PKV Tarife der BestMed BM Reihe teurer

Die Beitragserhöhung 2017 der Deutschen Krankenversicherung DKV betrifft in erster Linie die Tarife der BestMed BM Reihe. Auch hier sind vor allem ältere Versicherte betroffen. So steigen die Kosten im DKV Tarif BestMed BM4/2-Generation um bis zu 30 Prozent.

Der Tarif BestMed BM4/2-Generation der DKV erstattet die Kosten für die ambulante Behandlung, die Unterbringung im Krankenhaus im Zweibettzimmer, die Chefarztbehandlung sowie eine Kostenerstattung von 75% bei Zahnersatz. Die Selbstbeteiligung in diesem DKV Tarif liegt bei 400 Euro pro Jahr.

Günstige PKV Beiträge der HUK und Überalterung der Tarife

Ein weiterer Grund dafür, dass mit der HUK jetzt ausgerechnet ein relativ junger privater Krankenversicherer mit niedrigen Abschlusskosten so drastisch die Preise erhöht, könnte in einer zu optimistischen Tarifkalkulation zum Produktstart liegen.

Im Wettbewerb mit anderen Unternehmen sind niedrige PKV Beiträge ein bedeutender Vorteil. Die wenigsten Kunden schauen auf die Beitragsentwicklung der letzten Jahre, bevor sie sich für einen Krankenversicherer entscheiden.

Unauffällige Beitragsentwicklung bei der HUK Coburg

Bei der HUK wären sie auf der Suche nach Auffälligkeiten auch nicht fündig geworden. Die Unternehmensgruppe betreibt die Private Krankenversicherung erst seit dreißig Jahren, eine eher kurze Zeitspanne für dieses Geschäft.

Werden in einen Tarif nicht mehr ausreichend junge Kunden aufgenommen, überaltert er. Der Schadenbedarf steigt überproportional. Beitragsanpassungen, die separat für jeden Tarif berechnet werden, sind dann unausweichlich.

Auch die Empfehlungen aus im Private Krankenversicherung Test nicht nur der Stiftung Warentest sprechen für die HUK Coburg. Kommende PKV Vergleiche müssen zeigen, ob diese Einschätzungen noch Gültigkeit haben.

Private Krankenversicherung Wechsel

Theoretisch ist jede Private Krankenversicherung unter Einhaltung der Frist kündbar.Danach ist der PKV Wechsel zu anderen Gesellschaften möglich. Nach einer Beitragserhöhung greift das Recht auf die ausserordentliche Kündigung.

In der Praxis ist das nach einigen Versicherungsjahren nicht mehr sinnvoll. Die Alterungsrückstellung ist in großen Teilen verloren und muss beim übernehmenden Versicherer neu angespart werden. Der legt seiner Tarifberechnung also das aktuelle Eintrittsalter bei Vertragsbeginn zugrunde und berücksichtigt auch den derzeitigen Gesundheitszustand.

Wer häufig oder chronisch krank ist, wird es schwer haben, überhaupt noch einen Versicherer zu finden. Und wenn doch, dann nur zu deutlich höheren Kosten. Eine Alternative ist der Tarifwechsel innerhalb des PKV Anbieters.

Tarifwechsel innerhalb der PKV

Sinnvoll ist die Prüfung eines Tarifwechsel beim selben PKV-Unternehmen. Dabei wird die komplette Alterungsrückstellung erhalten. Es gibt keine neue Gesundheitsprüfung, vorausgesetzt, der Versicherungsumfang wird nicht erweitert.

Auch wenn die Private Krankenversicherer es ungern tun, sie sind auf Nachfrage zur Beratung über sinnvolle Tarifalternativen gesetzlich verpflichtet. Tendenziell sind neuere Tarife billiger, und eine Selbstbeteiligung spart meist mehr Beitrag, als sie maximal kostet.

PKV Beitragserhöhung 2017: Debeka Allianz AXA

Auch große Private Krankenversicherungen haben ihre Beiträge in 2017 teils deutlich erhöht. Darunter auch die Marktführer mit bislang stabiler Beitragsentwicklung. Die Debeka Krankenversicherung ebenso wie die Allianz und auch die AXA Krankenversicherung.

Hier schlagen Anbieter übergreifend Preiserhöhungen bis in den mittleren zweistelligen Prozentbereich durch. Zusätzliche Kosten pro Monat von bis zu 150 Euro dürften keine Seltenheit sein.

So bleibt abzuwarten, wie die PKV Beitragsanpassung 2018 ausfällt. Nach den erheblichen Steigerungen in diesem Jahr bleibt zu hoffen, dass die neue Berechnung auch die Kosten für das kommende Jahr 2018 kompensieren kann.

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